Filialkirche Heilig Geist 2018-06-08T13:32:55+00:00

filialkirche heilig geist

Die Kirche Heilig Geist gehört zu den ersten Kirchen, die direkt nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gebaut wurden. Arnold Boms und Rudolf Dahm konzipierten einen Raum, dessen Gestalt ganz aus dem Gedanken des sakramentalen Tuns der Gemeinde entwickelt ist und die Reformgedanken des Konzils konsequent in Architektur umsetzt. So sollte die Gemeinde stärker als zuvor an der Wortverkündigung und Eucharistie teilhaben. Die Wandlung erfolgte fortan nicht mehr von der Gemeinde abgewandt, sondern zu ihr hin.  Folglich sollte auch die Versammlung um den Altartisch herum stärker ins Zentrum der Messfeier gerückt werden.

Der Grundriss der Heilig Geist-Kirche ergibt sich aus einem inneren und einem äußeren Kreuz. Im inneren Kreuz sind Altar- und Gemeindebereich T-förmig angelegt: Von drei Seiten kann sich die Gemeinde um den Altarbereich versammeln. An der vierten, hinter dem Altar liegenden Seite, sind der Priestersitz und der Tabernakel auf einer Linie platziert. Altar und Ambo stehen erhöht, wobei der Altar noch einmal um zwei Stufen herausgehoben ist. Die räumliche Nähe von Ambo und Altar soll verdeutlichen, dass die Gläubigen durch das Wort und das gemeinsame Mahl zu Gott geführt werden.

Um dem Bedürfnis der Gemeindemitglieder nach privater Andacht Raum zu geben, wurden innerhalb des Kirchenraums Binnenräume eingerichtet. Im äußeren Kreuz des Grundrisses wurden, links und rechts der frontal auf den Altar zulaufenden Bankreihen, halbhohe Mauern eingezogen und vor diesen eine Altar- und eine Andachtszone eingerichtet. Auch für die Taufe wurde, ebenfalls durch eine eingezogene Wand getrennt, schräg rechts hinter dem Altarbereich ein eigener Bereich eingerichtet. Boms und Dahm haben damit einen Kirchenraum geschaffen, der den Gedanken der gemeinschaftlichen Versammlung der Gläubigen um den Altar betont und gleichzeitig im selben Raum den weiteren Handlungsorten der Gemeinde Rechnung trägt.

eckdaten

Adresse:
Karl-Arnold-Str. 36
40667 Meerbusch

Bauzeit:
1966-1968

Architekt:
Arnold Boms, Rudolf Dahm (Düsseldorf)

Weihe:
20.04.1968