1. Adventssonntag 2022

[…] Am Ende der Tage wird es geschehen:
Der Berg des HERRN steht fest gegründet
als höchster der Berge. Zu ihm strömen alle Nationen.
Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden
und ihre Lanzen zu Winzermessern.
Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation,
und sie erlernen nicht mehr den Krieg.
Haus Jakob, auf, wir wollen gehen im Licht des HERRN.
Jes 2,1-5 (1. Lesung des 1. Adventssonntags)

Diese Szene beherrscht die Mitte unseres ersten diesjährigen
Krippenmotivs. Grob und dunkel, groß und mächtig erhebt sich
der Steinhaufen in der hinteren Mitte, der umschmiedende Herr
davor.

Es wird sein in den letzten Tagen, so hat es der Prophet gesehn,
da wird Gottes Berg überragen alle anderen Berge und Höhn.
Und die Völker werden kommen von Ost, West, Süd und Nord,
die Gott Fernen und die Frommen, zu fragen nach Gottes Wort.
Es wird sein in den letzten Tagen, so hat es der Prophet geschaut,
da wird niemand Waffen mehr tragen, deren Stärke er lange vertraut.
Schwerter werden zu Pflugscharen und Krieg lernt keiner mehr.
Gott wird seine Welt bewahren vor Rüstung und Spieß und Speer.
Kann das Wort von den letzten Tagen aus einer längst vergangnen Zeit
uns durch alle Finsternis tragen in die Gottesstadt, leuchtend und weit?
Wenn wir heute mutig wagen, auf Jesu Weg zu gehen,
werden wir in unseren Tagen den kommenden Frieden sehn.
Auf, kommt herbei! Lasst uns wandeln im Lichte des Herrn!
GL 549 (Text: Walter Schulz, Melodie: Manfred Schlenker)

Trägt uns das Wort aus einer längst vergangenen Zeit? Wagen wir,
mutig auf Jesu Weg zu gehen? Die Seitenflügel unserer Krippe
zeigen eher das Gegenteil: einerseits abgeschotteter Luxus,
andererseits Krieg und Zerstörung – betrifft er uns plötzlich, weil
es vor den Toren der EU geschieht und nicht in Gebieten der
Erde, die fern genug sind, dass wir sie missachten können?
Nehmen wir Anstoß am Luxus, weil wir einerseits durch die
Kriegsfolgen, andererseits durch die immer bedrohlicher
werdenden Naturprobleme Verzicht üben sollten/sollen/müssen?
Der Apostel Paulus – wir sehen ihn links einsam mit seinem
Transparent – mahnt uns:

[…] Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf.
Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe.
Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis
und anlegen die Waffen des Lichts![…] zieht den Herrn Jesus Christus an.
Röm 13, 11-14a (2. Lesung des 1. Adventssonntags)

Und auch Jesus Christus selbst spricht:[…] Seid also wachsam!
Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.[…] Darum haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.
Mt 24, 29-44 (Evangelium des 1. Adventssonntags)

Bringen wir unsere Schwerter zum Schmied, bevor wir von ihnen
selbst erschlagen werden? Tun wir nach unseren Kräften, was
den Frieden schafft, was unsere einzige, unwiederbringliche Erde
– und damit letztlich uns selbst – schützt?
In der Mitte vorne, inmitten einer wüstenartigen Leere, steht ein
Baumstumpf, zerborsten und leer. Und doch wird er in den
kommenden Wochen auf dem Weg zu Weihnachten Keimzelle
eines Sprosses werden, des Herrn Jesus Christus. So soll sich
auch unser totes Herz bereiten, den zarten Trieb – das Kind – zu
empfangen.

Bis Weihnachten sind es noch vier Wochen …
Bis Weihnachten sind es nur noch vier Wochen!

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